Gegen den Strom

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Misshandlungen und Vergewaltigungen in Irans Gefängnissen

Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Karrubi hat schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Iran erhoben. Viele Regierungskritiker seien im Gefängnis schwer misshandelt und vergewaltigt worden. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Ebadi forderte mehr internationalen Druck für eine demokratische Entwicklung ihres Lande.

(sda/Reuters/afp) In Iran hat der unterlegene Präsidentschafts-kandidat Mehdi Karrubi schwere Vorwürfe gegen die Behörden erhoben. Viele Regierungskritiker seien im Gefängnis schwer misshandelt und vergewaltigt worden, teilte Karubi am Sonntag auf seiner Internetseite mit.

Er berief sich dabei auf Aussagen ranghoher Behördenvertreter. Von den Übergriffen seien Frauen und Männer betroffen.

«Auch einige junge weibliche Inhaftierte wurden dermassen vergewaltigt, dass sie schwere Verletzungen erlitten», erklärte Karubi weiter.

Er habe die «wirklich beschämenden» Vorfälle in einem Brief an den einflussreichen Ex-Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani gemeldet, der als Vorsitzender des Expertenrats eine wichtige Position im iranischen Machtgefüge hält. Forderung nach Bestrafung

Unter den Reformpolitikern gilt Rafsanjani als einer der wichtigsten Gegenspieler von Präsident Mahmud Ahmadinejad, der bei der Wahl offiziell zum Sieger erklärt worden war.

Zuvor hatten die Revolutionsgarden Karrubi und den ebenfalls unterlegenen Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi offen ins Visier genommen. Beide Kandidaten müssten vor Gericht gestellt und bestraft werden, weil sie die Hauptverdächtigen hinter den Protesten gegen die Wiederwahl von Ahmadinejad seien, sagte ein hochrangiger Befehlshaber der Revolutionsgarden gemäss der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Ebadi sorgt sich um demokratische Entwicklung Irans

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi forderte mehr internationalen Druck für eine demokratische Entwicklung ihres Landes gefordert. Militärische und wirtschaftliche Sanktionen lehne sie ab, weil sie die Situation im Iran nur verschlimmern würden, sagte Ebadi der südkoreanischen Zeitung «Chosun Ilbo».

Gleichwohl könne die internationale Öffentlichkeit zu einer Demokratisierung des Landes beitragen. Ebadi kündigte an, ihre Kampagne gegen die Zensur im Iran auszuweiten.

Die Nobelpreisträgerin verurteilte bei ihrem Besuch in Südkorea die Festnahme von oppositionellen Demonstranten, die im Juni gegen die Wiederwahl von Präsident Ahmadinejad protestiert hatten. «Ich nehme keine politische Haltung ein, aber ich lehne die gewaltsame Unterdrückung durch die Regierung ab.» Die Gewalt müsse aufhören und alle Häftlinge freigelassen werden.

Iran weist Proteste zurück

Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Präsidentenwahl müssen sich derzeit rund hundert Demonstranten vor Gericht verantworten, darunter auch eine Französin und iranische Angestellte der britischen und französischen Botschaft.

Nach internationalem Protest gegen die Gerichtsverhandlung wies der Iran am Montag erneut eine «Einmischung» in seine inneren Angelegenheiten zurück. Der Prozess verlaufe im Einklang mit «internationalem Recht», die Reaktionen des Westen seines «illegal und verwunderlich», sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Hassan Ghashghawi, laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.

Kommentare powered by CComment

Aktuelle Seite: Startseite International Sonstige Misshandlungen und Vergewaltigungen in Irans Gefängnissen