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Eskalation nach neuen Protesten in Iran

Behörden dementieren

Ein Vertreter der Provinzregierung von Isfahan wies die Berichte über Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften als falsch zurück. Vielmehr hätten iranische Bürger eine kleine Gruppe von Demonstranten auseinandergetrieben, so zitierte die amtliche Agentur Irna Vize-Gouverneur Mohammad Mehid Esmaili.

Er bezichtigte ausländische Medien, mit ihren Veröffentlichungen einen «Psychokrieg» gegen den Klerus zu führen. Auch Berichte über Festnahmen von Demonstranten in Isfahan entbehrten jeder Grundlage. Offizielle Medien berichteten dagegen von einer Demonstration von Regierungsanhängern, die in Qom gegen die angebliche Entweihung heiliger Stätten bei der Beerdigung Montazeris protestierten.

Ausländische Medien verboten

Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war nicht möglich. Ausländische Journalisten dürfen nicht direkt über Proteste der Reformbewegung berichten, die der Regierung die Fälschung der Präsidentenwahl vom 12. Juni vorwirft.

Bereits am Montag hatte es in der heiligen Stadt Qom Zusammenstösse zwischen Oppositionellen und Sicherheitskräften bei der Beerdigungsfeier für Montazeri gegeben. Der im Alter von 87 Jahren gestorbene Geistliche war ein scharfer Kritiker des umstrittenen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad.

Angriff auf Grossayatollah Sanei

Am Dienstag griffen in Qom rund tausend Mitglieder der regierungstreuen Bassij-Miliz das Haus des Grossayatollah Yousof Sanei an. Er gilt als möglicher Nachfolger Montazeris. Nach Angaben reformorientierter Kräfte gingen bei dem Angriff Fensterscheiben zu Bruch. Einige Mitarbeiter des Geistlichen seien verletzt worden.

Grossayatollah Sanei steht deutlich auf Distanz zum geistlichen Führer Khamenei und zur Regierung. Er äusserte sein Bedauern über die brutale Unterdrückung insbesondere der Studenten. Sanei wurde in der Vergangenheit bekannt, als er Selbstmordattentate als «haram» bezeichnete, als vom Islam verboten.

Härteres Vorgehen

Polizeichef Esmail Ahmadi Moghadam kündigte für die Zukunft ein hartes Vorgehen gegen die Oppositionellen an. Mit weiteren Demonstrationen ist am Sonntag zu rechnen, wenn die Schiiten, die in Iran die Mehrheit der Bevölkerung stellen, das Ashura-Fest begehen. Quelle

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