Gegen den Strom

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Demonstrationen in Peru für Rechte der Amazonas-Indianer

Lima (AFP) 14.06.09  Eine Woche nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Sicherheitskräften in Peru haben landesweit tausende Menschen für den Schutz der Ureinwohner-Rechte im Amazonasgebiet demonstriert. Am Rande eines Protestzugs zum Parlament in der Hauptstadt Lima kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Gummiknüppel ein.

Mehrere tausend Demonstranten protestierten gegen den Umgang mit den Indianern, unter anderem in den Andenstädten Puno und Ayacucho. Im historischen Zentrum von Lima gab es Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummiknüppel gegen die Demonstranten ein und nahm mehrere Menschen fest. Gewerkschaftsführer Mario Huaman sagte, der Marsch zum Parlament richte sich gegen "die arrogante, intolerante, überhebliche und diskriminierende Haltung der Regierung gegenüber den Amazonas-Gemeinschaften". In Arequipa, der zweitgrößten Stadt des Landes, verbrannten die Demonstranten Bilder von Staatschef Alan García. Im Amazonas-Gebiet demonstrierten mit Speeren bewaffnete Indianer weiter mit Straßensperren gegen die Regierung.

Ureinwohner-Verbände, Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften hatten zu den Demonstrationen aufgerufen, um die Bewohner des Amazonasgebiets bei ihren Protesten gegen umstrittene Dekrete der Regierung zu unterstützen. Die Ureinwohner in der Region im Nordosten des Landes protestieren seit Monaten gegen mehrere Dekrete von Präsident García, mit denen die Regierung die Erschließung des Gebiets etwa für Erdölbohrungen, Abholzungen und Landwirtschaft erleichtern will. Am Mittwoch hatte die Regierung zwei der umstrittenen Dekrete ausgesetzt. Ureinwohner und die Opposition fordern jedoch die vollständige Aufhebung der Gesetze.

Die Atmosphäre ist angespannt, seit am Freitag vergangener Woche die blutigsten Zusammenstößen in Peru seit rund 17 Jahren ausgebrochen waren. Die Gewalt hatte die Aufmerksamkeit für die Probleme der Indianer und damit den Druck auf die peruanische Regierung deutlich erhöht. Der UN-Sonderbeauftragte für indigene Völker, James Anaya, bot an, mit einem Besuch zur Beilegung des Konflikts beizutragen. Die Proteste durchkreuzen die Pläne des Mitte-rechts-Präsidenten García, die Ressourcen im peruanischen Amazonas-Gebiet effizienter zu nutzen. Dort leben etwa 400.000 Indianer.

Die Grünen-Abgeordneten Thilo Hoppe und Ute Koczy forderten die Bundesregierung auf, wegen der Auseinandersetzungen in Peru die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Lima auszusetzen.

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