Gegen den Strom

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Aus den Protesten im Iran wurden Straßenschlachten

Bei den bislang schwersten Unruhen seit der Wahl wurden am Wochenende mindestens zehn Menschen getötet. 100 weitere Menschen wurden bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften verletzt, wie das staatliche Fernsehen am Sonntag berichtete. Nichtregierungsorganisationen sprechen jedoch von Hunderten Toten.

Der arabische TV-Sender Al-Dschasira meldete, in den vergangenen 24 Stunden habe es nicht nur in Teheran, sondern auch in Shiraz und Isfahan Proteste und Zusammenstöße mit der Polizei gegeben.

Am Sonntagabend berichteten Augenzeugen von Schüssen, die aus mehreren Teilen der iranischen Hauptstadt zu hören gewesen seien. In Sprechchören sollen Gegner des ultrakonservativen Präsidenten immer wieder "Allah ist groß" und Mussawis Namen gerufen haben. Auch "Tod dem Diktator" sei zu hören gewesen. Einzelheiten – etwa über mögliche weitere Opfer – waren zunächst nicht in Erfahrung zu bringen, nachdem die iranische Regierung die Berichterstattung auch der ausländischen Medien immer weiter eingeschränkt hat. Auch am Sonntag ließ die iranische Führung erneut Journalisten festnehmen oder verwies sie des Landes.

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Demonstrationen in Peru für Rechte der Amazonas-Indianer

Lima (AFP) 14.06.09  Eine Woche nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Sicherheitskräften in Peru haben landesweit tausende Menschen für den Schutz der Ureinwohner-Rechte im Amazonasgebiet demonstriert. Am Rande eines Protestzugs zum Parlament in der Hauptstadt Lima kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Gummiknüppel ein.

Mehrere tausend Demonstranten protestierten gegen den Umgang mit den Indianern, unter anderem in den Andenstädten Puno und Ayacucho. Im historischen Zentrum von Lima gab es Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummiknüppel gegen die Demonstranten ein und nahm mehrere Menschen fest. Gewerkschaftsführer Mario Huaman sagte, der Marsch zum Parlament richte sich gegen "die arrogante, intolerante, überhebliche und diskriminierende Haltung der Regierung gegenüber den Amazonas-Gemeinschaften". In Arequipa, der zweitgrößten Stadt des Landes, verbrannten die Demonstranten Bilder von Staatschef Alan García. Im Amazonas-Gebiet demonstrierten mit Speeren bewaffnete Indianer weiter mit Straßensperren gegen die Regierung.

Ureinwohner-Verbände, Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften hatten zu den Demonstrationen aufgerufen, um die Bewohner des Amazonasgebiets bei ihren Protesten gegen umstrittene Dekrete der Regierung zu unterstützen. Die Ureinwohner in der Region im Nordosten des Landes protestieren seit Monaten gegen mehrere Dekrete von Präsident García, mit denen die Regierung die Erschließung des Gebiets etwa für Erdölbohrungen, Abholzungen und Landwirtschaft erleichtern will. Am Mittwoch hatte die Regierung zwei der umstrittenen Dekrete ausgesetzt. Ureinwohner und die Opposition fordern jedoch die vollständige Aufhebung der Gesetze.

Die Atmosphäre ist angespannt, seit am Freitag vergangener Woche die blutigsten Zusammenstößen in Peru seit rund 17 Jahren ausgebrochen waren. Die Gewalt hatte die Aufmerksamkeit für die Probleme der Indianer und damit den Druck auf die peruanische Regierung deutlich erhöht. Der UN-Sonderbeauftragte für indigene Völker, James Anaya, bot an, mit einem Besuch zur Beilegung des Konflikts beizutragen. Die Proteste durchkreuzen die Pläne des Mitte-rechts-Präsidenten García, die Ressourcen im peruanischen Amazonas-Gebiet effizienter zu nutzen. Dort leben etwa 400.000 Indianer.

Die Grünen-Abgeordneten Thilo Hoppe und Ute Koczy forderten die Bundesregierung auf, wegen der Auseinandersetzungen in Peru die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Lima auszusetzen.

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