Gegen den Strom

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Per Selbstudium zum Webdesigner

Gerade für selbstständige Webdesigner gilt, dass man niemals ausgelernt hat. Um die steigenden Anforderungen der Kunden erfüllen zu können, ist ein gewisses Know-How erforderlich. Dass es genügend Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, wurde  in vergangenen Artikeln (siehe Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten) erläutert.

Nicht jeder hat genügend Zeit, um regelmäßig an einem Präsenzunterricht teilzunehmen. Hinzu kommt die finanzielle Belastung. Mehrwöchige Seminare verschlingen meist vierstellige Beträge. Selbst ein Wochenendseminar kostet mehrere hundert Euro. Glücklicherweise jedoch ist niemand dazu gezwungen, solche kostspieligen Weiterbildungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Das Internet bietet viele Tutorials und Blogs, wodurch das Auto-didaktische Lernen ebenso sinnvoll sein kann wie der Präsenzunterricht. Hier nun einige interessante und vor allem kostenlose Lern-Webseiten:

Little Boxes - Webseiten gestalten mit HTML und CSS
Mit den Little-Boxes-Büchern hat Peter M. Müller, der bei der PROCON GmbH als Dozent mit dem Themenschwerpunkten Web Publishing angestellt ist, der nachrückenden Webdesign-Generation einen einfachen Einstieg ermöglicht. Die drei Bücher sind unterhaltsam geschrieben, teilweise sogar ein bisschen humorvoll, und vermitteln das erforderliche Basiswissen. Außerdem begeht Peter Müller nicht den Fehler vieler Autoren, mit Fachwörtern um sich zu werfen und die Einsteiger zu überfordern. Im Gegenteil: Auf fast jede Erklärung folgt ein Beispiel, wodurch die Inhalte besser nachvollziehbar sind.
Eines dieser Werke, Teil 1 - Webseiten gestalten mit HTML und CSS, ist auf der Internetseite von Peter Müller komplett online gestellt. Die Kapitel lauten: HTML Grundlagen - Kästchen gestalten, CSS Grundlagen - Kästchen gestalten, CSS Positionierung - Kästchen verschieben, CSS mehrspaltige Layouts, Nützliche Werkzeuge.

Eine Alternative zum Buch bzw. dem Online-Kurs ist das Videotraining auf DVD für 39,95 Euro. Wer das erlangte Wissen vertiefen möchte, darf sich im Little Box - Teil 2 per Buch oder Videotraining mit den weitergehenden CSS Techniken vertraut machen. Link

Dank der teilweise bebilderten Beispielen finde sich Einsteiger mit Little Boxes schnell zurecht

Einführung in XHTML, CSS und Webdesign
Michael Jendryschik, Webentwicklungs-Bereichsleiter bei der Itemis AG in Lünen, hat sein Buch “Einführung in XHTML, CSS und Webdesign” komplett online gestellt. Auch dieses Werk richtet sich vorwiegend an Einsteiger. Trotzdem muss zwischen diesem Einführungsbuch und “Little Boxes” unterschieden werden. Michael Jendryschik schreibt einerseits etwas fundierter, andererseits aber auch weniger unterhaltsam. Außerdem setzt er, auch wenn in der Beschreibung das Gegenteil behauptet wird, ein gewisses Basiswissen voraus.
Das Werk beginnt mit einer Einführung, erklärt die Grundlagen des Internets und die Hilfsmittel, bietet eine HTML sowie eine CSS Einführung und behandelt die Eigenschaften und Werte. Besonders hilfreich ist das letzte Kapitel: Die Beispielwebseite! Schritt für Schritt erklärt Michael Jendryschik anhand einer fiktiven Restaurant-Webseite, wie solch ein Projekt geplant und umgesetzt wird. Es beginnt mit dem XHTML Grundgerüst, umfasst sämtliche Arbeitsschritte wie die Hauptnavigation und dem Styling des Kopfbereichs und endet mit den Browsertests sowie Bugfixes. Link

SELFHTML
SELFHTML hat in der Webdesigner-Szene längst Kultstatus erlangt. Das Webprojekt von Autor Stefan Münz, der das 1232-seitige Buch “Webseiten professionell gestalten” geschrieben hat, war für eine ganze Generation von Webdesignern die Informationsquelle Nummer 1. Noch immer sind auf dieser Seite zahlreiche Tutorials zu finden. Die wesentlichen Webtechnologien -HTML/XHTML
CSS, XML/DTDs, JavaScript/DOM, Dynamisches HTML, Perl und PHP- werden umfangreich abgehandelt. Trotzdem sind die Tutorials mittlerweile mit Vorsicht zu genießen. Der Grund ist, dass die Inhalte nicht regelmäßig aktualisiert wurden und teilweise veraltet sind. Fortgeschrittene finden hier zwar weiterhin interessante Tipps, doch für Einsteiger ist diese Seite komplett ungeeignet. Ein Anfänger wird schließlich nicht erkennen, ob das aktuell Erlernte überhaupt noch zeitgemäß ist. Die Gefahr, sich überholtes Wissen anzueignen, ist also nicht zu unterschätzen. Link

Sitepoint-Reference
Sitepoint Reference wird gerne als das englische SELFHTML bezeichnet. Dahinter steckt der australische Sitepoint Verlag, der im Jahre 1997 gegründet wurde und sich durch Werbung, Sponsoring, Bücher, Softwares und Video-Streaming-Angebote finanziert. Auf Sitepoint Reference werden viele Erklärungen und Tutorials im Bereich HTML, CSS und JavaScript geboten. Positiv ist, dass die Seite regelmäßig aktualisiert wird und die Erläuterungen dadurch immer auf der Höhe der Zeit sind. Für Einsteiger sind die Inhalte jedoch nicht unbedingt geeignet. Die Empfehlung lautet daher, erst “Little Boxes” und “Einführung in XHTML, CSS und Webdesign” durchzuarbeiten und das erlangte Wissen später mit der Sitepoint Reference zu vertiefen. Link

Webkrauts
Bei den Webkrauts handelt es sich um einen Zusammenschluss von rund 100 deutschsprachigen Webworkern. Dazu zählen unter anderem die Buchautoren Peter M. Müller, Michael Jendryschik und Nils Pooker (“Der erfolgreiche Webdesigner“ aus dem Galileo Press Verlag). Gemeinsam setzen sie sich für Webstandards ein, fungieren als Ansprechpartner und führen Projekte durch. Auf der Internetseite befinden sich zahlreiche Artikel über unterschiedliche Themen, wie zum Beispiel HTML5 Einführungen. Darüber hinaus erscheint jedes Jahr ein sogenannter Adventskalender mit 24 interessanten Artikel, gefüllt mit Praxistipps und vielen Beispielen. Alle bisherigen Adventskalender, insgesamt fünf sind bereits erschienen, können noch immer durchgeschaut werden. Für Einsteiger ist die Webseite weniger interessant, weil es keine umfassenden Einführungskurse gibt. Fortgeschrittene hingegen werden sich über die vielen interessanten Artikel freuen. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die Seite noch etwas unübersichtlich ist. Laut Auskunft von Lars Pooker soll aber bis Ende des Jahres 2010 eine Überarbeitung erfolgen. Link

Yaml
Yaml (Yet Another Multicolumn Layout) ist ein CSS-Framework sowie -Tutorial und bietet auf der Webseite eine komplette Dokumentation. Es beginnt mit der Einführung, die Grundlagen werden erklärt, es folgen die CSS Bausteine und die Anwendungen. Besonders interessant ist das Kapitel 3.4: Anpassungen für den IE! Hier wird genau erläutert, welche Probleme mit dem Internet-Exlorer entstehen können und wie man diese umgeht. Link

Smashing Magazine
Das englischsprachige Smashing Magazine, das wie auch Dr. Web von der Smashing Media GmbH stammt, wurde im September 2006 gegründet und genießt seitdem hohes Ansehen in der Webdesign-Szene. Kompetente Autoren informieren über die neuesten Trends sowie Techniken und liefern vielerlei Tutorials. Die Themen sind dabei breit gefächert und reichen von CSS und HTML bis hin zu grafischen Inspirationen. Link

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